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Iglauer Sprachinsel


Die Iglauer Bauerntracht
(beschrieben von Traudi Höfer)

Die Iglauer Männertracht stammt in der heute üblichen Trageweise aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zu ihr gehört eine schwarze oder geblümte Samtweste, ein Leinenhemd mit weiten Ärmeln, eine schwarze Stiefellederhose und schwere Bauernstiefel. Dazu wird ein Filzhut oder ein "Vetternkappl" aus dunkelblauem Samt getragen.

Die Festtagstracht der Frauen geht auf viel ältere Ursprünge zurück, als das Gewand noch nicht geknöpft, sondern durch Bänder gehalten wurde. Sie lässt sich bis ca. 1800 zurückverfolgen. Die weiße Leinenbluse hat kurze, gebauschte Ärmel, die an den Armen mit bunten Bändern gehalten werden, der Spitzenkragen wird gefaltelt. Das reichgeblümte Mieder wird vorne über der Bluse mit einem roten Band im Zickzack geschnürt ("Hinawider"). Der Rock ist aus dickem Wollstoff ("Scharkarock") in den Farben "blent" (hellblau), dunkelblau oder schwarz und ist am Saum durch ein rotes Innenband verziert. Die Schürze ist bei den Mädchen weiß mit Spitzenbesatz, bei den Verheirateten dunkelblau aus Wachstuch.

Auffällig sind die leuchtend orangeroten Strümpfe, die von Hand gearbeitet und gefärbt werden, und das große rote Kopftuch mit einem Blumenmuster am Rand, das kunstvoll nach "altdeutscher Bindeart" um den Kopf geschlungen wird, so dass der Zipf weit über den Rücken herabhängt.

Abbildung: Trachtenberaterin Traudi Höfer im Sonntagsgewand ("Suntegwente") der verheirateten Frauen (eMail: harald.hoeferdebitel.net)


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