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Deutsch-Tschechische Ortsgeschichten


Das durch Eva Habel (Heimatpflegerin bis 2008) initiierte Projekt Projekt "Deutsch-tschechische Ortsgeschichten" folgt einem kulturwissenschaftlichen Ansatz: Lebensgeschichten ehemaliger und heutiger Bewohner ausgewählter Orte in den ehemals deutsch besiedelten Gebieten der Tschechischen Republik werden erfasst und dokumentiert.

Die Probanden werden in narrativen Interviews über ihre Lebenswege und Lebensschicksale befragt. Besonderes Interesse gilt dem Zusammenleben von Deutschen, Tschechen und Juden und seinem Scheitern zwischen 1938 und 1947.

Dabei wurden Aspekte des Alltagslebens ermittelt, die bislang kaum erforscht wurden. Vor allem geht es im Projekt aber um Fragestellungen, die die auch für die aktuellen und künftigen deutsch-tschechischen Beziehungen von Bedeutung sind: Wie haben die Menschen ihre oft traumatisierenden Erlebnisse verarbeitet? Wie deuten sie ihr Leben und die darin vorkommenden schicksalhaften Brüche? Wie setzen sie es in Beziehung zu den ehemaligen deutschen und tschechischen Landsleuten? Wie geben sie all das an ihre Kinder weiter und wie gehen diese mitdem schweren Erbe um?

Projektpartner ist Dr. Kristina Kaiserová, Purkyne-Universität Aussig/Ústí nad Labem; die Finanzierung erfolgte im Jahr 2003 durch das Bayerische Sozialministerium/Haus des Deutschen Ostens, den Deutsch-tschechischen Zukunftsfonds und die Landesstelle für nichtstaatliche Museen in Bayern.

Die Interviews wurden von Volkskundlern und Historikern mit großer Erfahrung geführt, in einigen Fällen auch von Studenten, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Ehemalige und heutige Bewohner von Teplitz/Teplice, Warnsdorf/Varnsdorf, Rumburg/Rumburk, Odrau/Odry und der früheren Wischauer Sprachinsel stellten sich für Interviews zur Verfügung.

Der Ort Bruck am Hammer/Brod nad Tichou war Schauplatz des Pilotprojektes, das von 2001 bis 2003 ebenfalls unter der Leitung von Dr. Kristina Kaiserová und Dr. Eva Habel sowie von Jan ©ícha (ehemaliger Leiter des Tschechischen Zentrums München), durchgeführt wurde. Gemeinsam mit Dr. Wolfgang Schwarz , dem Kulturreferenten für die böhmischen Länder beim Adalbert Stifter Verein, wurde zudem ein ähnliches Projekt in Kreibitz/Chøibská betreut.