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Elbetal und Mittelgebirge


Tracht des Elbetales, der Nebentäler und des Mittelgebirges
(beschrieben von Christl Scharb)

Die jeweilige Eigenart der alten Mieder richtete sich nach Pfarrsprengeln oder Herrschaftszugehörigkeit. In den Gebirgsgegenden hielten sich die Volkstrachten bis Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Trachtenerneuerung in den 1930er Jahren griff auf die alten Formen zurück, aber die Kenntnisse über die Verarbeitung waren inzwischen verloren gegangen und die entsprechenden Stoffe, wie z.B. bunte Brokate gab es nicht mehr.

Auf die Form der alten Schnürmieder kann man heute aber wieder zurückgehen (Funde in Museen oder Abbildungen). Die Schnürmieder, die wir heute Leibel nennen, sind vorne, häufig auch rückwärts geschnürt, reichen in der Tiefe nur bis zur Brusthöhe, haben schmale Träger, einen schmalen Rücken und gerade Nähte, da die mit Fischbein ausgestatteten Mieder nur gerade Mieder haben konnten. Auch die Brustnaht, die beim Trägeransatz beginnt, ist eine gerade Naht. Auf jeden Fall muß aber an der Kante vor den Schnürlöchern ein Fischbein eingezogen werden, damit die Schnürung die Kanten nicht verziehen kann.

Das Leibel aus festlichen Stoffen, wie z.B. Woll- oder Seidenbrokate, aber auch einfarbigen dunklen Seiden haben sogenannte "Schlunge" an der Taillenlinie, die den früheren Hüftpolstern nahe kommen sollen.

Das Hemd ist ein einfacher "Kimonoschnitt" mit einer Halskrause, weiten eingereihten Ärmeln, die mit Klöppelspitze besetzt sind.

Der Rock ("Rieser") ist einfarbig zum Leibelstoff passend, hat eine Saumblende ("Fälsche") oder ist bei Festtrachten mit einer oder zwei Seidenblenden besetzt.

Die Schürze ist aus weißem, feinem Leinen, mit einem Biedermeiermuster bestickt oder mit einem Traubenmuster, das auf der ganzen Schürze verstreut ist.

Abbildung: Trachtenberaterin Elisabeth Bschoch in Elbetaler Tracht (Foto: Erich Rudel)